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Naturschutzgebiete

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„Schandtauberhöhle“

Das Naturschutzgebiet liegt am Ortsrand der Hohenloher Ebene etwa fünf Kilometer südwestlich von Rothenburg ob der Tauber. Die Quelle der Schandtauber, ein Nebenfluss der Tauber, liegt in der Ortschaft Bettenfeld. Oberhalb von Bettenfeld befindet sich ein trockener Talgraben, der nur bei hohen Niederschlagsmengen Wasser führt. In diesem Bereich erfolgt die Entwässerung unterirdisch durch die Schandtauberhöhle. In Bettenfeld erreicht der unterirdische Fluss wieder die Erdoberfläche.


Die Hohenloher Ebene besteht aus Gestein des Muschelkalks und des Lettenkeupers. Kalksteine, insbesondere die des Oberen Muschelkalks, sind wasserlöslich und neigen zu Verkarstung, was u.a. zur unterirdischen Entwässerung führt.

Die Schandtauberhöhle ist mit einer bisher vermessenen Länge von 1020 Metern die einzige aktive, d. h. wasserführende Großhöhle im bayrischen Muschelkalkgebiet. In der Höhle findet man v. a. vom Wasser eingeschwemmte Sedimente. Den Hauptanteil bildet verwittertes Material der Lettenkeuperschichten wie Lehm, Sand und Schotter. Darüber hinaus sind auch Rückstände der Kalkauflösung (Höhlenlehm) zu finden. Besonderheiten der Schandtauberhöhle sind die bachabwärts gekrümmten Tropfsteine und die „Lehmtropfsteine“, deren Entstehung noch nicht genau geklärt ist.

Obwohl der Höhlenbach relativ verschmutzt ist, wird er von Tieren bewohnt. Neben echten Höhlentieren, wie z. B. der „Höhlenschnecke“, finden sich auch Tiere, die von der Erdoberfläche her eingeschwemmt wurden oder aktiv eingewandert sind, v. a. Käfer und Wasserwanzen. In den höhergelegenen Höhlenteilen überwintern regelmäßig Fledermäuse.

Die Schandtauberhöhle ist die einzige Großhöhle im bayrischen Muschelkalk und die zweitlängste Muschelkalkhöhle überhaupt. Aufgrund der großen Bedeutung wurde daher für die Schandtauberhöhle ein Betretungsverbot ausgesprochen.

„Schandtauberhöhle“
Lkr Ansbach
Große Kreisstadt Rothenburg ob der Tauber
Größe: 12,00 ha
Verordnung in Kraft seit: 14.04.1984


 Ein Frankenhöheschäfer mit seiner Herde
Ein Frankenhöheschäfer mit seiner Herde.
„Kühberg bei Gastenfelden“

Das Schutzgebiet liegt im Landkreis Ansbach nordöstlich Gastenfelden und hat eine Größe von 17,7 Hektar. Naturräumlich ist es dem Gastenfelder Becken im Naturraum Mittlere Frankenhöhe zuzuordnen.

Geologisch ist das Naturschutzgebiet geprägt durch die Lehrbergschichten des Gipskeupers, im oberen Bereich steht Blasensandstein an. Im Südosten sind die Lehrbergschichten mit einer charakteristischen Verwerfung durch eine Materialentnahmestelle sehr gut aufgeschlossen.

Während sich auf dem sandigen Blasensandstein-Verwitterungsböden der Hochfläche bodensaure Borstengrasrasen mit einzelnen Wacholdern und anderen Gehölzarten eingestellt haben, stocken auf den Lehrbergtonen vor allem Enzian - Schillergrasrasen. Botanisch und zoologisch besonders wertvoll ist der kleinräumige Wechsel dieser Bestände. Hinzu kommen Streuobstwiesen, Hecken und Gebüsche, die als Brutstätten einer ganzen Reihe gefährdeter Vogelarten von Bedeutung sind.

Die Magerrasen des Kühbergs sind zwar im Vergleich zu Kalkmagerrasen artenärmer, für die Verhältnisse der Gipskeuperhutung der Frankenhöhe aber recht artenreich. Sie besitzen ein Artenpotential, das im Rahmen von Biotopverbundsystemen die Wiederbesiedlung von degenerierten und zerstörten Flächen des Umlandes möglich macht. Gerade im Naturpark Frankenhöhe mit seiner relativ intakten Wanderschäferei und flächig anzutreffenden, wenn auch artenärmeren Magerstandorten sind die Voraussetzungen für ein Verbundsystem über extensiven Weideflächen, Magerrasen und Streuobstbestände noch relativ günstig.

Für viele Tiergruppen, wie z. B. Käfer, Schmetterlinge, Heuschrecken, Spinnen und Hautflügler stellen gut beweidete Flächen wie das Naturschutzgebiet äußerst wichtige Lebensräume dar. Als Reste einer traditionellen Landwirtschaft sind solche Flächen stark gefährdet. Eine Aufgabe der Beweidung führt zwangsläufig zur Artenverarmung und Verbuschung. Hinzu kommen Einschwemmungen und Einwehungen aus der umgebenden intensiven Agrarlandschaft sowie Ablagerungen aller Art. Es sind daher, neben der Sicherstellung der Beweidung, immer wieder Pflegearbeiten wie Entbuschungsmaßnahmen und die Beseitigung von Müll aller Art notwendig.

„Kühberg bei Gastenfelden Lkr Ansbach
Gemeinde: Buch am Wald
Größe: 17,7 ha
Verordnung in Kraft sei: 15.12.1984


„Trockenrasenhutung Cadolzhofen“

Das Naturschutzgebiet liegt in der Gemarkung Cadolzhofen der Gemeinde Windelsbach im Landkreis Ansbach und hat eine Größe von 13,75 Hektar. Nach der naturräumlichen Gliederung Deutschlands gehört die Hutung zum Naturraum Mittlere Frankenhöhe, Colmberger Becken.



 
 

Geologisch ist das Gebiet geprägt durch den Gipskeuper, der zusammen mit dem Sandsteinkeuper die Abdachung der Frankenhöhe bildet. Der Untergrund besteht im gesamten Naturschutzgebiet aus den Estherienschichten, einer Wechselfolge von dunkelgrauen, roten und bunten Schiefertonen, die auf der Corbula-Bank basieren und bis zum im Gebiet selber nicht mehr vorhandenen Schilfsandstein reichen.

Da die Hanglagen dieser Schichten stark aberodiert werden, sind ursprüngliche Bodendecken meist abgetragen bzw. nur äußerst flach ausgeprägt. Diese Böden sind für ackerbauliche Zwecke ungeeignet und neigen bei anhaltender Trockenheit zur Trockenstarre.

Die Schutzwürdigkeit erreicht die Cadolzhofer Hut dadurch, dass ein für den unteren Gipskeuper typischer Halbtrockenrasen sehr guter Ausprägung auf noch größerer Fläche vorhanden ist. Pflanzensoziologisch ist dieser Magerrasentyp Gentiano-Koeleritum (Enzian-Schillergras) zuzuordnen, wobei es sich hier um eine Ausbildung mit besonders vielen geschützten, gefährdeten und regional seltenen Pflanzenarten handelt.

Hinzu kommen eine ganze Reihe seltener Vogelarten, für die das Naturschutzgebiet ein wichtiges Teilhabitat darstellt, das Deckungs- und Nistmöglichkeit bietet und aufgrund seines Samen- und Insektenreichtums ein günstiges Nahrungsangebot aufweist.

Die „Trockenrasenhutung Cadolzhofen“ repräsentiert folglich einen extensiv genutzten Biotoptyp, der in Mittelfranken nur entlang des Anstieges der Frankenhöhe und des Steigerwaldes vorkommt. Für seine Erhaltung ist die Sicherung der traditionellen Nutzung unverzichtbar.

„Trockenrasenhutung Cadolzhofen“
Lkr Ansbach
Gemeinde: Windelsbach
Größe 13,75 ha
Verordnung in Kraft seit: 15.06.1985



 Scheermühle bei Schalkhausen (Foto: Mätschke)
Scheermühle bei Schalkhausen (Foto: Mätschke).

„Scheerweihergebiet bei Schalkhausen“

Das Naturschutzgebiet „Scheeerweihergebiet bei Schalkhausen“ liegt etwa 4 km westlich der Stadt Ansbach, nördlich der Bahnlinie Ansbach - Crailsheim. Der Scheerweiher ist der ehemalige Mühlteich der zum Ortsteil Schalkhausen gehörenden, aufgelassenen Scheermühle. Die Anlage dieses Stauteiches am Onoldsbach dürfte bereits im Mittelalter erfolgt sein, erstmals erwähnt wurde ein „Mulner an dem Scherchtenweiher“ im 14.Jahrhundert. Später diente der Stauteich auch als Wasserreservoir für eine rasche Flutung der Grabenanlagen des Ansbacher Wasserschlosses.

Der Teich nimmt 8 ha des insgesamt 52.5 ha großen Schutzgebietes ein. Er ist von über Jahrhunderte hinweg sich ungestört entwickelten reichen Verlandungszonen geprägt. Das gesamte Schutzgebiet gliedert sich in drei Zonen. Die Schutzzone A (Scheerweiher mit engerem Umgriff) hat eine Größe von etwa 22,7 ha. Die Schutzzone B (10,9 ha) grenzt am Nordufer an und besteht im wesentlichen aus naturnahem Laubmischwald. Die Schutzzone C stellt mit ihren 18,9 ha eine vorgelagerte Pufferzone dar, die die Funktionsfähigkeit des Lebensraumkomplexes der Schutzzone A durch fernhalten nutzungsbedingter stofflicher Einträge sicherstellen soll.

Insgesamt ist das Gebiet von einer überraschenden Strukturvielfalt. Neben den großen Verlandungszonen mit Teichbinsen-, Rohrkolben- und Schilfröhrichten finden sich kleine Fließgewässer, höhlenreiche Solitäreichen, Auwaldreste, Sumpfseggenriede sowie angrenzend der große Waldkomplex des Bocksberges. Aufgrund dieses Strukturreichtums konnte hier eine überraschend hohe Zahl von Brutvogelarten nachgewiesen werden (54 Spezies, davon 9 Rote-Liste-Arten). Dazu kommt noch eine ganze Reihe von Durchzüglern und Nahrungsgästen, so dass das Schutzgebiet ornithologisch als besonders wertvoll angesehen werden muss.

Der Scheerweiher darf als eines der reifsten und differenziertesten Stillwasserökosysteme Mittelfrankens gelten.

„Scheerweiher bei Schalkhausen“
Stadt Ansbach
Größe: 52,50 ha
Verordnung in Kraft seit: 10.02.1990



„Karrachsee“

Die beiden Karrachseen liegen etwa sechs Kilometer östlich von Rothenburg ob der Tauber im Landkreis Ansbach (Naturraum Frankenhöhe). Das Schutzgebiet hat insgesamt eine Größe von 20,2 ha.

Das Gebiet erhält seinen Wert durch das Vorhandensein von alten, reifen Komplexen schützenswerter Feuchtbiotope.


 
 
Neben ausgedehnten Verlandungszonen sind dies aufgelassene Streuwiesen, extensiv genutztes Grünland, bachbegleitende Erlengehölze, kleinere Erlenfeuchtwälder und Bachrinnen-Erlenauwald.

In der Südostecke des größeren der beiden Seen (Großer Karrachsee) finden sich Reste eines Turmhügels, der von einem mit dem See in Verbindung stehenden Wassergraben umgeben ist; wie der Scheerweiher diente auch der Karrachsee früher als Rückhaltebecken für einen Wassergraben.

Aufgrund der abgeschiedenen Lage des Schutzgebietes kam es hier nicht zu einer Intensivierung der Landwirtschaft. Auch die das Gebiet umgebenden Grünlandflächen wurden und werden größtenteils nur extensiv genutzt. Schädigend wirkte eher die Aufgabe der ehemaligen Streunutzung. Durch die fehlende Mahd entwickelte sich in manchen Bereichen eine verfilzte Vegetationsdecke aus relativ artenarmen Großseggenbeständen.

„Karrachsee“
Lkr Ansbach
Gemeinde: Windelsbach
Größe: 20,2 ha
Verordnung in Kraft seit: 24.03.1990


„Vogelfreistätte Großer und Kleiner Lindleinsee“

Das Schutzgebiet „Lindleinsee“ liegt etwa zwei Kilometer nordöstlich von Rothenburg ob der Tauber, westlich von Schweinsdorf im Landkreis Ansbach.

Der große Lindleinsee wird vom Schweinsbach gespeist, sein Auslauf wird von dem tiefer liegenden Kleinen Lindleinsee aufgenommen.



 
 
Von hier fließt der sogenannte „Saubach“ in das Steinbachtal, wo er zusammen mit dem Ruhbach den Steinbach bildet.

Die beiden Lindleinseen - 1383 von der Stadt Rothenburg gekauft - gehören zu einer im Halbkreis um die Stadt liegenden, ehemaligen Verteidigungslinie, die vom Steinbachtal im Norden, über die Lindleinseen, dem Schwanensee, dem Igelsee, bis zur Einmündung des Igelbaches in die Tauber reichte.

Die Seen waren untereinander durch den Bauerngraben verbunden, der von den Bauern der angrenzenden Dörfer ausgehoben werden musste. Dieser Graben bildete ein wirksames Hindernis gegen Reiterei und schweres Kriegsgerät. Heute heißt allerdings nur noch die Verbindung zwischen Schwanensee und Lindleinsee Bauerngraben.

Die beiden Lindleinseen stellen jetzt ein regional bedeutsames Vogelbrut- und Rastgebiet dar. Die Schilfflächen und die ausgedehnten Verlandungszonen sind Lebensraum einer ganzen Reihe seltener und bedrohter Vogelarten. Bisher konnten 54 Vogelarten der Roten Liste nachgewiesen werden, davon brüten 7 Arten im Schutzgebiet.

Die besondere Wertigkeit für den Naturhaushalt erklärt sich sowohl aus der räumlichen Ausdehnung von Freiwasserflächen und Verlandungszonen als auch aus der ökologischen Reife des Schutzgebietes. Diese Faktoren in Verbindung mit einer relativen Störungsarmut ermöglichten die Entwicklung einer Rast- und Mausertradition vieler Zugvogelarten.

„Vogelfreistätte Großer und Kleiner Lindleinsee“
Lkr Ansbach
Große Kreisstadt Rothenburg ob der Tauber
Größe: 28,00 ha
Verordnung in Kraft seit: 15.12.1990


„Weiherboden bei Anfelden“

Das Schutzgebiet „Weiherboden bei Anfelden“ liegt in der Gemarkung Marktbergel der Gemeinde Marktbergel, Landkreis Neustadt a.d.Aisch – Bad Windsheim und der Gemarkung Anfelden der Gemeinde Oberdachstetten, Landkreis Ansbach.

Der zentrale Teil des Naturschutzgebietes deckt sich mit der Fläche eines aufgelassenen Fischweihers, dessen westliche, südwestliche und östliche Dammbauten noch heute die Wiesenflächen des Talgrundes überragen. Nach Aufgabe der Teichwirtschaft und dem Durchstoßen der Dämme entwickelten sich auf dem alten Weiherboden großflächig Wiesen- und Großseggengesellschaften frischer bis nasser Standorte.

Aufgrund der unterschiedlichen Bewirtschaftung entstanden kleinräumige floristische Unterschiede in einem scheinbar willkürlichen Mosaik nebeneinander: Großseggenbestände, seggenreiche Streuwiesen, Hochstaudenfluren, Feucht- und Nasswiesen.

„Weiherboden bei Anfelden“
LKr Neustadt a.d.Aisch - Bad Windsheim / Lkr Ansbach
Gemeinde Marktbergel / Gemeinde Oberdachstetten
Größe: 8,5 ha
Verordnung in Kraft seit: 10.12.93


„Schafhutung um Kirnberg“

Das Naturschutzgebiet besteht aus vier, voneinander räumlich getrennten Teilflächen, die sich von der Struktur her unterschiedlich darstellen und im folgendem als „Hutungen um den Wolfsberg“, „Hutung nördlich Kirnberg“, „Hutung südöstlich Kirnberg“ und „Pleikartshofer Hut“ beschrieben werden.

Das Naturschutzgebiet mit all seinen Teilflächen liegt im Landkreis Ansbach, ca. 5 km südöstlich von Rothenburg ob der Tauber und erstreckt sich über eine Fläche von ca. 51,9 ha. Der Großteil der Hutung liegt auf dem relativ steilen Abhang der Myophorienschichten. Die Hutung um den Wolfsberg zieht sich mehr oder weniger S-förmig vom westlichen Ortsrand von Kirnberg bis zum südwestlich Ortsrand von Erlbach. Auf einem Acker im Naturschutzgebiet findet man Brocken des typischen Schilfsandsteines.

In der Hutung nördlich von Kirnberg besteht die Vegetation hauptsächlich aus Schlehengestrüp, Krüppelschlehen und entbuschten Flächen. Die Hutung südöstlich von Kirnberg liegt zum Großteil am Abhang der Myophorienschichten, nur ein kleiner Gebietsteil im Osten ragt in die Estherienschichten hinein. Die Pleikartshofer Hut erstreckt sich über zwei Erhebungen und stellt mit seiner Obstbaumreihe, seinem Blütenreichtum und die Anbindungsfunktion an die nachfolgenden Hutungen ein kleines, aber wichtiges Teilstück dar.

„Schafhutung bei Kirnberg“
LKr Ansbach Gem. Kirnberg
Größe: 51,9 ha
Verordnung in Kraft seit: 01.05.1993