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Aktuelles & Presseinfos

Birnige Entdeckungen rund um Ransbach an der Holzecke

„Naturschätze im Ampfrachgrund“ – so war die Wanderung bezeichnet, zu der sich im Rahmen des Veranstaltungsprogramms des Naturparks Frankenhöhe am vergangenen Samstag (27.08.) acht Interessierte in Ransbach an der Holzecke, einem Ortsteil von Schnelldorf einfanden. Zusammen mit Birnbaumbotschafterin Renate Götzenberger von der Naturschutzinitiative „Birnenfreunde Stadt und Landkreis Ansbach“ erwanderten sie die Kleinode, die die Natur rund um Ransbach zu bieten hat. Im Mittelpunkt der dreistündigen Exkursion standen die eindrucksvollen alten Birnbäume in der Feldflur.

Dass es sich lohnt, die Frankenhöhe zu erkunden, kündigte sich schon am Startpunkt an: Ein historisches Bauernhaus, das vor knapp 100 Jahren aufwändig in Naturstein-Bauweise errichtet worden war, empfing die gut gelaunte Wandergruppe. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es auf Schusters Rappen in nördlicher Richtung aus dem Ort hinaus. Nach ca. 200 m war der erste imposante Birnbaum, der eher die Gestalt einer Eiche, als eines Birnbaums hat, erreicht. Dieser Baum ist von den Birnenfreunden, wie insgesamt rund 40 weitere auf dem Gemeindegebiet von Schnelldorf, registriert und kartiert worden. Die Exkursionsteilnehmer*innen diskutierten über mögliche und sinnvolle Pflegemaßnahmen und darüber, welche wichtige Funktion auch bereits abgestorbenes Holz im Naturkreislauf hat. Vorbei an einem vitalen Einzelbaum in einem Kleeacker gelangte die Gruppe auf die Ransbacher Hut, einer ökologisch wertvollen Streuobstwiese mit drei mächtigen Birnbäumen. Birnbäume können älter und größer werden, als die meisten anderen Obstbäume. Das hat zur Folge, dass sie oft größere Baumhöhlen aufweisen. Diese sind besonders wichtig für höhlenbrütende Vogelarten und Fledermäuse, die dort ihre Jungen aufziehen. Im weiteren Verlauf erreichten die Wanderer eine landschaftsprägende Obstbaumreihe auf einer Böschung zwischen zwei Ackerflächen. Da diese steilen Hänge nicht als Acker genutzt werden konnten, wurden Obstbäume gepflanzt. Die Bäume, meist alte Sorten mit erhaltenswerten Eigenschaften, leisteten einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der ländlichen Bevölkerung. Heute bleiben die wertvollen Früchte leider oft ungenutzt liegen. Das ortsnah und ohne Pestizide erzeugte Obst sollte nicht zuletzt wegen der positiven Klimabilanz verstärkt zum Verzehr genutzt werden. Ein zusätzlicher Vorteil dieser Obstbaumreihen liegt im Wasserrückhalt und im Erosionsschutz: Bei Starkregen versickert das auf dem ausgetrockneten Ackerboden oft oberflächlich ablaufende Regenwasser in den grasbewachsenen Böschungen. Der humusreiche Boden im Bereich der Obstbaumreihe speichert das Regenwasser und die Obstbäume einschließlich der hangabwärts befindlichen Flächen werden mit Wasser versorgt. Darüber hinaus verhindert die Grasfläche die Bildung von Erosionsrinnen, in denen der Ackerboden abgeschwemmt wird. Nach einer gemütlichen Rast am Grillplatz am Sommerkeller kehrte die Wandergruppe im Talgrund entlang des Altweiherbachs zum Ausgangspunkt zurück.

Am Baum hängende Birnen auf einer Streuobstwiese

Am Baum hängende Birnen auf einer Streuobstwiese