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Mit dem Huteschäfer unterwegs
Mit dem Huteschäfer unterwegs
Beeindruckende Magerrasenhänge und Schafe. Viele, viele Schafe…
Ein Tag auf der Hutefläche in Gastenfelden am Kühberg beginnt. Die Schafe werden aus dem Nachtpferch auf die Weide geführt. Und die Hunde warten gespannt und voller Tatendrang auf die Kommandos ihres Schäfers. Ralf Fleischmann lockt seine Schafe nach draußen. Die Schafe folgen ihm und seinem Ruf. Und so langsam verteilt sich die Herde von ca. 1000 Tieren (Mutterschafe und Lämmer) auf der Weidefläche. Jedes Schaf sucht sich, langsam über die Fläche streifend und vom Schäfer geleitet, die für ihn am besten passenden Leckerbissen.
Die Hunde sind hellwach. Einer beim Schäfer, der andere wartet einsatzbereit auf die Kommandos des Schäfers. „Furche“ (das ist immer eine Grenze, die der Hund genau so versteht, wie der Schäfer sie meint….), „Vor“ „Hinter"…. Die Hunde scheinen schon vor dem Aussprechen an Hand der Körperhaltung und Mimik ihres Schäfers zu wissen, was kommt und spurten los. Sie nehmen ihren Job ernst und gleichzeitig scheinen sie eine große Freude daran zu haben.
Bis Mittag sind die Schafe – meist im langsamen Gehen fressend – über einige Flächen gezogen und so langsam drängen sie in Richtung Pferch. Mittagspause, Saufen an der bereit gestellten Tränke mit frischen Wasser, Wiederkäuen, Ausruhen im Schatten. Das ist jetzt angesagt.
Ralf Fleischmann schließt den Pferchzaun, gesichert mit Strom, damit keine ungebetenen und vielleicht auch gefährlichen Gäste die Schafe bedrängen. Der Zaun ist gut ausgemäht und sorgsam aufgestellt, mit bodennaher Litze.
Dann geht es zum Stall, wo die Schafe im Winter 2 Monate verbracht und ihre Lämmer zur Welt gebracht haben. Die Böcke, ein paar Schafe, die wegen Verletzungen unter Beobachtung stehen und versorgt werden und ein paar Schafe, die noch verkauft werden sind hier.
Nach einer Mittagspause wird Gras gemäht, zusammen gerecht und gefüttert. Und es gibt immer etwas zu tun: Utensilien für Wurmkur oder Klauenbad herrichten, Reparaturen, Pferche auf- und abbauen. Die Aufgaben sind vielfältig! Maschinen reparieren und warten, Zäune, Einrichtungen – alles, was möglich ist, wird selbst instand gehalten.
Ralf Fleischmann versorgt die Welpen. Seine Hündin Caja hat 5 Junge, von denen 2 auf dem Hof bleiben und als Hütehunde ausgebildet werden.
Am Nachmittag ist wieder Huten angesagt. Die Schafe wissen ganz genau, dass das Auto, welches da anfährt, ihrem Schäfer gehört. Und bald stehen sie wieder am Ausgang des Pferches und hören auf das „HopHopHop“, dem sie gerne folgen.
Jetzt dauert das Huten länger, die Sonne drückt nicht mehr so und die Schafe genießen sichtbar das Weiden. Man kann beobachten, wie selektiv sie fressen, manches meiden sie und hier und da knabbern sie auch an dem jungen Grün von Sträuchern.
Wenn ein Schaf lahmt, geht Ralf Fleischmann ruhig in die Herde, fängt das Schaf mit seinem Fanghaken. Geschickt wird es gedreht und die Klauen auf Steine oder eingetretene Stacheln oder Entzündungen untersucht und auch gleich behandelt. Bei Bedarf wird das Schaf dann auch gleich in den Hänger geladen und am Abend mit auf den Hof für eine intensivere Beobachtung und Pflege genommen.
Gegen 19:30 Uhr sind dann die Schafe wieder im Nachtpferch. Sie sind satt, haben frisches Wasser und Mineralsalz und können es sich für die Nacht bequem machen.
Ich fahre nach Hause – geschafft und glücklich. Für Ralf Fleischmann ist der Tag noch nicht zu Ende. Die Schafe im Stall und die Hunde müssen noch versorgt werden. Und dann ist da ja auch noch der Futteranbau auf dem Hof in Roth – Aufgaben ohne Ende.
Nah dran, großartige Einblicke und noch mal mehr Respekt als vorher schon – das nehme ich mit aus diesen Tagen mit dem Schäfer, seiner Herde und seinen Hunden.
Hut ab vor dieser Aufgabe, vor dieser Passion und für den Einsatz für die Landschaftspflege!
Fredegart Blaschke







