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Gebsattel

Einwohner: 1790

Fläche: 19,12 km2

Ortsteile: Gebsattel, Bockenfeld, Eckartshof, Kirnberg, Pleikartshof, Rödersdorf, Speierhof, Wildenhof

Vor den Toren vor Rothenburg ob der Tauber hat die Gemeinde Gebsattel ihren Sitz. Was heute eine glückliche Lage ist, brachte zu früheren Zeiten eher Unglück zu Gunsten der damaligen Bewohner. Zunächst entstand der Ort aus zwei dörflichen Siedlungen. Das ältere Kirchendorf lag links neben der Tauber und das jüngere Schlossdorf lag rechts davon. Das Schlossdorf war zur Zeit des 11. Jahrhunderts dabei im Besitz der Grafen von Rothenburg-Komburg. Die letzte Besitzerin Gräfin Geba, gab später dem Dorf seinen Namen (Geba sedele = Sitz der Geba). Doch zurück zum Anfang: Mit der Zeit wurde Rothenburg besonders unter der Herrschaft Heinrich Topplers immer mächtiger und einflussreicher. Dies führte gleichzeitig dazu, dass Gebsattel unbedeutsamer wurde und 1370 dem Ort das Marktrecht entzogen wurde. Die Chronik vom „Gebsatteler Semmelkrieg“ erzählt die Geschichte vom sehr leidigen Versuch eine Dorfbäckerei aufzubauen, was die angrenzende Reichsstadt jedoch unbedingt zu verhindern versuchte und die Bäckerei immer wieder zerstörte. Das ging solange, bis die Gebsatteler schließlich aufgeben mussten. Spannend ist außerdem, dass bis 1810 Gebsattel noch zum württembergischen Besitz zählte und erst dann dem Königreich Bayern übereignet wurde. Heute spielen Grenzen glücklicherweise keine Rolle mehr. Im Ort Gebsattel selbst gibt es als Sehenswürdigkeit das Schloss und die katholische Pfarrkirche St. Laurentius. Für Wanderfreunde ist besonders der Berglesweg zu empfehlen. Dieser geht durch abwechslungsvolle Landschaft über den Kreuzlesberg, Wolfsberg und Föhrlesbergbrunnen und wieder zurück nach Gebsattel. Der Wolfsberg ist außerdem Teil des Naturschutz- und FFH-Gebietes der „Schafhutungen“ des Ortsteils Kirnberg. Diese Halbtrockenrasen bilden eine besondere Art der Kulturlandschaft, die für den Keuperanstieg zur Frankenhöhe ein typischer Biotopkomplex sind, und durch Schafbeweidung und harter Handarbeit erhalten werden. Solche nährstoffarmen Wiesen gibt es nämlich nur noch selten und somit auch die Pflanzen, die sich speziell an diese Standorte angepasst haben.